Herbst am Saaleradweg

Wenn einem zu Hause mal wieder die Decke auf den Kopf fällt, gibt’s nichts schöneres als raus zu gehen und fremde Landschaften zu erkunden. Denn Abwechslung tut immer gut.

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In der letzten Woche war es mal wieder soweit, ich musste raus aus der erdrückenden Stadt und ab in die Natur. Also habe ich mal wieder mein Fahrrad geschnappt und machte mich mit der Bahn auf den Weg nach Thüringen. Auf dem Programm stand diesmal der Saaleradweg. An der Grenze von Bayern zu Thüringen, genauer in Blankenstein, hab ich mich auf den Drahtesel geschwungen um die Natur an der Saale im Herbst zu erkunden.
Da mir der Weg durch den Frankenwald vom ganzen Saaleradweg am besten gefallen hat, beschreibe ich hier nur diesen Teilabschnitt.

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Ich mag das Reisen im Herbst, weil man sich unterwegs überall frische Nahrungsmittel zusammensuchen kann. Unmengen an Steinpilzen, Maronen und anderen Leckereien aus dem Wald haben meinen Speiseplan etwas gepimpt, sodass ich ein wenig  Gewicht beim Proviant sparen konnte. Denn allzu viel Gewicht bei längeren Touren mit sich rumzuschleppen wird auf die Dauer lästig. Äpfel, Birnen und Pflaumen gab es in Massen am Wegesrand.
Das Reisen allein mag ich mittlerweile ganz gern, da man so mehr mit den Leuten die man unterwegs trifft ins Gespräch kommt. Fährt man in einer kleinen Gruppe, so beschäftigt man sich doch eher mit seinen Freunden. Fremde haben dann auch Hemmungen eine Gruppe anzusprechen. Mit einer Einzelperson ins Gespräch zu kommen ist da schon einfacher. Und ich finde, wenn man schon eine Reise in fremde Regionen unternimmt, dann sollte man auch mit den dort ansässigen Menschen Kontakt aufnehmen. Schon allein um den Weg zu den schönsten Ecken erfragen zu können oder um Besonderheiten der Region besser verstehen zu können.

Am Anfang der Tour war es zwar etwas verregnet, zum Fahrrad fahren jedoch ein gutes Wetter, da man bergauf nicht allzu doll ins schwitzen kommt. An vielen Streckenabschnitten im Frankenwald musste ich das Bike jedoch bergauf schieben. Steigungen bis 19% ist man als Flachlandtiroler dann doch nicht gewöhnt mit dem Bike zu erklimmen.
Der erste Abschnitt endete kurz vor Saalburg an einem ruhigen Waldstück. Dort wurde das Zelt aufgebaut und eine Pilzpfanne mit Nudeln auf meinem Gasbrenner gekocht.
Ich finde es auch interessanter meinen Schlafplatz selbst wählen zu können, statt in irgendeinem Hotel zu übernachten. Beim Aufstehen hat man gleich beste Aussicht auf die Natur, statt auf einen Parkplatz oder eine Stadt, wie bei den meisten Hotels. Zelt, Gaskocher, Schlafsack und Isomatte sind daher bei meinen Reisen immer im Gepäck, um möglichst unabhängig bleiben zu können.

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Nachdem ich mich ordentlich ausgeschlafen, das Zelt eingepackt und gefrühstückt hatte, fuhr ich weiter flussabwärts. An den Berghängen kurz vor Saalburg gab es die meisten Pilze. Also nutzte ich die Gelegenheit meinen Proviant aufzustocken und die Gegend ein wenig ohne Fahrrad zu erkunden. Der zweite Tag brachte auch ein bisschen mehr Sonne.
Gegen 16 Uhr kam ich in Paska an. Ein kleines Dorf auf einem Bergkamm mit vielen Fachwerkhäusern. Auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz zum kochen sah ich ein kleines unscheinbares Schild, welches auf einen Aussichtsplatz hinwies.
Etwa 500 Meter weiter kam ich dort an und fand einen Traumplatz an einer unbewohnten Saaleschleife. Kein Haus, keine Strasse…einfach nichts was die Aussicht störte. Diese unberührte Saaleschleife erinnerte mich stark an die Saar Hunsrück Schleife. Nur noch viel größer, abgelegener und dadurch wenig belaufen. Etwas abseits des Saaleradwegs gelegen kam dort den ganzen Nachmittag auch kein anderer Wanderer entlang. Ich beschloss dort mein Nachtlager aufzuschlagen und mein Abendbrot zu köcheln.

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Tags darauf freute ich mich schon auf die steilen Abfahrten, welche mir auf dem Weg nach Saalfeld bevorstanden. Von Drognitz nach Saalfeld ging es dank der guten Strassen auch sehr schnell. Davor hatte ich in Drognitz in der Flößergaststätte „Zum Wolf“ noch ordentlich zu Mittag gegessen, wirklich sehr zu empfehlen. Dort gegenüber gibt es auch einen kleinen Minimarkt, wo man das nötigste zum Leben einkaufen kann. Denn meine Vorräte neigten sich langsam dem Ende zu, so dass ich wieder etwas Nudeln, Nüsse und Schokolade nachkaufen musste.

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Der Abschnitt zwischen Blankenstein und Saalfeld ist also bei gutem Wetter in zwei bis drei Tagen mit dem Fahrrad gut machbar. Landschaftlich ist es auch mit Abstand der schönste Teil des Saaleradweges. Wenig Menschen, nur kleinere Dörfer und so gut wie keine großen Strassen stören das Naturerlebnis. Die Saale wird dort in mehreren Seen aufgestaut um Trinkwasser zu speichern. Die daraus resultierenden Buchten erinnern ein bisschen an die Fjordlandschaften Norwegens.
Auch gibt es dort kaum Brücken über die Saale, statt dessen muss man öfters mal eine Fähre benutzen um auf die andere Seite des Flusses zu gelangen. Diese kosten aber in der Regel nicht mehr als 2 Euro.

Durch die teils sehr steilen Anstiege ist der Radweg dort nicht so stark frequentiert wie beispielsweise der Abschnitt Bad Kösen – Weissenfels.
Dieser ist aber trotz der Touristenmassen wegen des Weinanbaus sehr empfehlenswert. Hervorzuheben auf diesem Teil des Radweges ist die alte Klosterschule „Schulpforta“. Dort wird mit den Schülern im Rahmen des Unterrichts selbst Wein angebaut, welche im Klostereigenen Weinladen angeboten werden. Einige der besten Weine des Saale Unstrut kann man dort verkosten und natürlich auch erwerben.

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