Dovrefjell Norway 2010

Dombas – Amotsdalhytta – Loennenchebua – Amotsdalen – Driva – Oppdal

2.7.2010 – 12.7.2010

Seit einigen Tagen sind wir zurück, und nun gibt es hier den Reisebericht zur Norwegen Tour. Von Berlin aus ging es zunächst zur Fähre nach Dänemark in Hirtshals. Wenn man als Gruppe nach Norwegen fahren möchte,  kann man vor Ort einen günstigeren Tarif für die Fähre bekommen. Als 3 Personengruppe bezahlten wir für die Überfahrt rund 80 Euro.

superspeed2

Von Kristiansand ging es per Zug weiter nach Oslo. Die Züge in Norwegen sind leider nicht allzu schnell, dafür aber gemütlich und vollständig mit Wlan ausgestattet. Man sollte im Sommer jedoch über eine Sitzplatzreservierung verfügen. Wir hatten mit unseren Interrailtickets leider sehr häufig das Problem keinen Sitzplatz mehr zu bekommen, und mussten die Fahrt über stehen. Besonders auf der Linie Oslo-Lillehammer und Lillehammer-Trondheim sind die Züge im Sommer sehr voll wie wir feststellen mussten.  Auf allen anderen Strecken hatten wir keine Probleme einen Sitzplatz zu ergattern.

Von Kristiansand gings dann direkt ins Dovrefell nach Dombas.  Die Wanderstrecken in Norwegen sind in den angrenzenden Städten/Dörfern leider überhaupt nicht ausgeschildert, sie fangen meisstens an Parkplätzen an, welche von den Städten/Dörfern einige Kilometer entfernt sind. So mussten wir anfangs erst eine Weile die Strasse entlang laufen.Nur die Hälfte des Weges  hatte einen Fussweg, die andere Hälfte des Weges ging es direkt auf der Strasse entlang. Erst nach insgesamt 6 Stunden auf und an der Strasse laufen fanden wir endlich den Einstieg zum Trail ins Dovrefjell.

Dort wurde gegen Mitternacht erst einmal das Lager für die Nacht aufgeschlagen. Am Nächsten Morgen fanden wir den Fluss Jorge, dem wir die nächsten 2 Tage hinauf ins Dovrefjell folgten.

Der Trail geht zunächst einmal eine kleine Forststrasse entlang und führte uns durch 2 kleine Bauernhöfe wo Schafe gezüchtet wurden. Wir hatten auf der Tour durchs Dovrefjell riesiges Glück mit dem Wetter. Es sah zwar einige Male stark nach Regen aus, riesige schwarze Wolken schoben sich über die Berghänge, geregnet hat es jedoch bis auf ein paar kurze Schauer nie mehr als 10min am Tag. Wir hatten stets Temperaturen um die 20-25°C. Nach ca. 10 Stunden Wandern am zweiten Tag bauten wir am Abend unsere Zelte am Jorge auf.

Am dritten Tag sollte uns der Weg auf der Karte (in Laufrichtung auf der linken Seite des Flusses) hinauf ins Dovrefjell führen. Was unsere Karte aber leider nicht anzeigte, war der Fakt, dass es auf der rechten Seite einen neuen Forstweg gab, den nun alle Wanderer benutzten. Der Weg auf unserer Flussseite war seit Jahren nicht mehr gepflegt worden, Wegmarkierungen gab es auf einmal keine mehr und das Dickicht war kaum zu durchdringen. Brücken waren eingestürtzt und wir mussten durch die eiskalten Flüsse laufen.

Zum Glück fanden wir ein paar Kühe in diesem Urwald. Diese scheuchten wir ein wenig auf, in der Hoffnung sie würden uns zurück auf einen Weg führen, was auch geklappt hat. Nach ca. 3 Std führten uns die Kühe auf einen kleinen Waldweg. Auf dem neu angelegten Forstweg hätten wir für den Abschnitt ca.3Std gebraucht, so aber brauchten wir durch den Urwald knapp 6Std und sind klitschnass geworden.

Nach einem Sturz in den Fluss mussten wir die folgende Nacht erst einmal in einem Geräteschuppen an einem nahegelegenen Bauernhof verbringen um die Schuhe und Klamotten zu trocknen. Dort trafen wir einen Amerikaner, welcher gerade den selben Weg hinter sich hatte wie wir. Er war rund 2Std vor uns dort angekommen. Auch er fluchte über den nicht eingezeichneten Weg und über den „Bushwacking Trail“ mit den eingestürtzten Brücken. Im Nachhinein war der Weg doch recht lustig, auf jeden Fall spannender als den neuen Forstweg gelaufen zu sein. Tags darauf ging es mit trockenen Sachen und bei wunderschönem Wetter weiter hinauf ins Dovrefjell.

Nach dem Bauernhof war der Trail wieder sehr gut gekennzeichnet. Weiter gings hinauf ins Dovrefjell in Richtung Amotsdalhytta. Der Weg  führt an mehreren wunderschönen Bergseen und kleinen Wasserfällen vorbei.

Oben auf dem Fjell gibt es einige Hütten von Schäfern. Auch ein paar Hütten vom norwegischen Wanderverband, welche man mieten kann, sind oben zu finden. Unser Weg führte uns aber zunächst zur KNT Amotsdalhytta. Diese ist das ganze Jahr über offen. Man muss um übernachten zu können nicht unbedingt im norwegischen KNT Wanderverband angemeldet sein. Die Kosten fürs Übernachten sind für Leute die keine KNT Mitgliedschft haben knapp doppelt so teuer wie für Mitglieder. Dies gilt für alle Hütten dieses Vereins. Man bezahlt in eine kleine Box ein, welche sich in den jeweiligen Hütten befindet. Wir zahlten knapp 20€ pro Nacht.

Auch einige Flüsse müssen wieder durchquert werden.

Es empfiehlt sich ein paar Trekkingstöcke dabei zu haben auf dieser Tour.

Die Bilder dieses Abschnitts gibt es HIER noch einmal in einem etwas größeren Format zu sehen.

Erst spät am Abend kamen wir in der Amotsdalhytta an, aber gerade noch rechtzeitig um das Halbfinale der Holländer beim Essen im Radio hören zu können.

Am nächsten Morgen gings nach einem ausgiebigen Frühstück weiter zur Loennenchebua. Der Weg dort hin ist sehr schön. Er führt an mehreren Schneefeldern und Seen vorbei, manchmal auch mitten durch. =)

Am ersten Abend hatten wir die Hütte leider nicht für uns alleine und mussten sie mit 2 Holländern teilen. Deshalb blieben wir noch ein bisschen dort und in der zweiten Nacht hatten wir mehr Glück und die Hütte für uns. Auch das Wetter am zweiten Tag war ein Traum. Hier ein paar Bilder von der Hütte und der Landschaft dort.

Die Hütte ist sehr gut ausgestattet. Es gibt 2 Betten und mehrere Matratzen sowie einen Ofen und einen Gasherd. Geschirr, Radio und ein paar Bücher sind ebenfalls vorhanden.

Mit frisch gewaschenen Klamotten gings Tags darauf bei bestem Wetter weiter in Richtung Driva.

Der Weg wird auf dieser Etappe auf jeden Fall nie langweilig. Sehr steil geht es die Hänge bergab und viele Flüsse müssen überquert werden.

Gegen 21 Uhr hatten wir die Hälfte des Weges nach Driva geschafft, und schlugen unser Nachtlager am Fluss auf.

Der letzte Teil des Weges nach Driva mussten wir leider wieder die Strasse entlang gehen, da der Trail ca.10km vor dem Campingplatz endete.

In Driva hatten wir schon im Vorfeld auf einem Campingplatz (Smegarden Camping)  eine Hütte gemietet, um dort das WM Finale sehen zu können. Der Campingplatz dort ist wirklich zu empfehlen, kein Vergleich zu anderen Plätzen auf denen ich bis jetzt war. Alles ist sauber und der Besitzer Paul und seine Söhne waren sehr nett und nahmen uns sogar in ihrem Auto mit in die Stadt zum Einkaufen.

Am Tag nach dem WM Finale ging es dann nach Oppdal, wo unsere Reise durch das Dovrefjell endete. Von dort aus ging es erstmal Richtung Süden nach Sandefjord. Die Fotos von der restlichen Reise gibts dann im nächsten Beitrag zu sehen.

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5 Kommentare

  1. Pingback: Outdoor-Blogosphäre News August 2010 | Outdoor Blog
  2. Joe · August 29, 2010

    Thanks for sharing this trip with us Christian! Dovrefjell is a part of Norway I’ve not visited yet but your beautiful pictures make me want to go there soon.

  3. Martin Rye · August 29, 2010

    Big landscape and big rivers. I really enjoyed reading your trip report and thanks.

  4. 1001miles · August 29, 2010

    Thanks, yes this trip was really beautiful. great landscape and we picked out some weeks with fantastic weather. This week i will post another trip report from the south of Norway. The area arround Nelaug is also very beautiful when you want to travel with a kanu or packraft. Greetings from Germany..

  5. Pingback: Tripreport – Norwegen Dovrefjell « DirtySanchez80 OnlinePoker Blog

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